Grimma

Prächtige Bauten aus zahlreichen Epochen

Keine 20 Kilometer südöstlich von Leipzig liegt ein kleines Paradies: Grimma. Dort, wo die „Mulde“ noch von lieblichen Höhenzügen umgeben ist und sich eine wunderschöne Tal-Aue geschaffen hat, ließen sich die Menschen schon immer gerne nieder.

Unser Foto zeigt: Mit seinem markanten Renaissancegiebel wird das Rathaus von Grimma zum Blickfang.

Befragt man die über 800-jährige Geschichte Grimmas, wird man Erstaunliches feststellen: So ist die Stadt Geburtsort von Albrecht dem Beherzten, Stammvater des sächsischen Königshauses. Der berühmte Leipziger Buchhändler Georg Joachim Göschen siedelte 1797 mit Druckerei, Verlagshaus und Sommerresidenz seiner Meinung nach in „eine der schönsten Gegenden der Welt". In Grimma verlegte er unter anderem Werke von Goethe und Schiller. An seiner Seite der Weltenbummler und Dichter, Johann Gottfried Seume, der sich von Grimma aus auf den Weg nach Syrakus machte. Werkstatt und Sommersitz sind heute Treffpunkt für Besucher aus aller Welt.

Die jüngste Geschichte zeichnet den Ort an der Mulde als Stadt mit dem schönsten Altstadtkern in Mitteldeutschland aus. Eine über 400 Meter lange, noch bestens erhaltene Stadtmauer mit zierlichen Mauerhäuschen und exklusivem Blick auf die romantische Mulde schützt prächtige Bauten aus zahlreichen Stilepochen - darunter das berühmte Rathaus mit dem markanten Renaissancegiebel.

Streifzüge durch die Stadt führen zu alten Kirchen, wie der Frauenkirche mit ihren zwei Türmen und der ersten sächsischen Bettelordenskirche – der Kirche des damaligen Augustinerklosters. In letzterer wetterte der bekannte Reformator Martin Luther bei seinen Besuchen gegen den kirchlichen Ablasshandel. Aufgrund seiner häufigen Präsenz ist es nicht verwunderlich, dass sich weite Teile der Bürgerschaft sehr zeitig zum reformatorischen Glauben bekannten.

Die weltverändernde Lehre der Reformation erreichte schließlich auch das Kloster Marienthron in Nimbschen und bewegte in der Osternacht des Jahres 1523 neun Zisterzienser-Nonnen, darunter auch Katharina von Bora, Luthers spätere Frau, zur Flucht aus dem Kloster. Neben der heutigen Ruine wurde aus den historischen Klosterstallungen und Speicheranlagen ein moderner Hotelkomplex mit einmaligem Ambiente geschaffen.

Im August 2015 feiert die Stadt Grimma vor diesem und anderen historischen Schauorten das bundesweite Festival der Reformation. Neben Höhepunkten, wie den Konzerten der Sächsischen Bläserphilharmonie, dem Vocal Concert Dresden oder der Wittenberger Hofkapelle, komplettieren kulturhistorische Vorträge, ein Kunstwettbewerb zum Themenjahr 2015 der Lutherdekade „Bild und Bibel“ aber auch Mitmachangebote für junge Menschen und Junggebliebene das vielseitige Festivalportfolio. Theaterstücke wie Play Luther oder das Martin-Luther-Spektakel wollen dem Leben Luthers auf die Spur kommen und einladen, die Folgen der Reformation für das heutige Leben nachzuspüren.

Unweit der Stadt Grimma erstrecken sich über liebliches Hügelland die weitläufigen Plantagen des Sächsischen Obstlandes. Ein mildes Klima, ausgewogene Niederschläge und die fruchtbaren Böden im Raum Leipzig – Chemnitz – Dresden begünstigten seit jeher den Obstanbau. Bereits im Mittelalter wurden in den Gärten der Klöster Nimbschen, Buch und Sornzig erste Obstbäume sowie Gemüse- und Heilpflanzen kultiviert. Ab dem 16. Jahrhundert förderten die sächsischen Kurfürsten den Obstbau per Staatserlass nachhaltig. Erste bürgerliche Obstbauvereine gründeten sich Ende des 19. Jahrhunderts und mit Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der gewerbliche Obstbau in Sachsen rasant weiter. Bereits seit 1967 existiert der Begriff „Sachsenobst“, der bis heute in aller Munde ist. So entwickelte sich, was klein begann, zum größten Obstanbaugebiet Sachsens.

Erlebbar wird das Obstland nicht nur über geführte Besichtigungen der großen Plantagen, sondern auch bei Rundgängen durch die Lagerhallen und Keltereien. Vor allem das Ausprobieren des Pressens frischer Äpfel und die Verkostungen von heimischen Früchten und Säften sind bei Gästen beliebt.

Ob zu Fuß, per Rad, mit dem Kremser oder dem Obstland-Express, einer Kleinbahn in Form eines historischen Eisenbahnzuges, ob zur Blüte im Frühjahr, zur Ernte im Spätsommer, selbst in der kühlen Jahreszeit – das Obstland in Sachsen ist immer eine Reise wert.

Text und Foto: POSITIV-MEDIEN (PR-GBK * Waldemar Herzog)

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